Referat Dokumentation

Das Mahnmal für Sinti und Roma in der Gedenkstätte Buchenwald

Das Referat Dokumentation hat die Aufgabe, die über 600-jährige Geschichte der Minderheit der Sinti und Roma in Deutschland zu dokumentieren, wobei die wissenschaftliche Aufarbeitung der nationalsozialistischen Völkermordverbrechen bislang im Vordergrund steht.

Priorität hatten von Anfang an Interviews mit Überlebenden des Völkermords und das Festhalten ihrer Erinnerungen auf Tonband oder Video. Neben umfangreichen Archivrecherchen im In- und Ausland wird die relevante Forschungsliteratur kontinuierlich gesichtet und ausgewertet. Seit Jahren sammeln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums außerdem private Zeugnisse von Überlebenden und ihren Angehörigen, wobei alte Familienbilder von besonderem Interesse sind. Daraus ist mittlerweile ein Archiv entstanden, das in seiner Art einzigartig ist.

Seit seiner Gründung arbeitet das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma eng mit anderen Facheinrichtungen, insbesondere mit den internationalen Gedenkstätten, zusammen. Für zahlreiche externe Ausstellungsprojekte wurden Fotos, Dokumente und Biografien der Opfer zur Verfügung gestellt.

Vielerorts sind Stätten der historischen Erinnerung entstanden, die der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma gedenken, etwa die Mahnmale in den ehemaligen Konzentrationslagern Buchenwald und Mauthausen oder das Mahnmal für die ermordeten Magdeburger Sinti und Roma in unmittelbarer Nähe zum Dom.

Das Referat war auch federführend bei der Realisierung der ständigen Ausstellungen zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Heidelberg (1997) und im Staatlichen Museum Auschwitz (2001). Darüber hinaus beteiligte sich das Referat an zahlreichen bedeutenden zeitgeschichtlichen Ausstellungen hinsichtlich der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus.