Referat Dialog

Das Referat Dialog betreut die pädagogische Arbeit des Zentrums. Weitere Aufgabenbereiche liegen in der Vermittlung und Dokumentation der kulturellen Beiträge, die die Minderheit der Sinti und Roma erbracht hat. Auch die Aufklärung über Klischees und Antiziganismus gehört zum Tätigkeitsbereich des Referats.

Pädagogische Arbeit

Die pädagogische Begleitung der ständigen Ausstellung zählt zu einer der zentralen und facettenreichsten Aufgaben des Referats Dialog. Durch Führungen, Diskussionen, Projekttage und die Begleitung und Beratung schulischer Arbeiten - um nur einige Beispiele zu nennen - wird die Geschichte des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma mit ihren aktuellen Bezügen zu Diskriminierungen und Rassismus in der gegenwärtigen Zeit vermittelt.

Hinzu kommt die Organisation und Betreuung der transportablen Ausstellung zur Geschichte des Holocaust an den Sinti und Roma, die bisher bundesweit in über 50 Städten zu sehen war.

Ein aktueller Tätigkeitsschwerpunkt ist die Erweiterung und Neukonzeption des pädagogischen Angebots. Wesentliches Ziel dabei ist es, in der Ausstellung verstärkt ein "aktives Lernen" durch differenzierte pädagogische Angebote wie Projektarbeiten und Tagesseminare anzubieten. In Vorbereitung befindet sich die Herausgabe von pädagogischen Materialien. Ihre Nutzung ist nicht nur in der Heidelberger Ausstellung, sondern auch in den verschiedenen Gedenkstätten vorgesehen.

Antiziganismus

In Zusammenarbeit mit lokalen und bundesweiten Institutionen und Kooperationspartnern veranstaltet das Referat regelmäßig Tagungen, Seminare und Lehrerfortbildungen zum Thema „Antiziganismus“. Hierbei werden die Stereotypen, die Klischees und die Vorurteile u. a. in Literatur, Lexika und Film eingehend beleuchtet und diskutiert.

Grundlagen dieser Arbeit sind die Ergebnisse mehrerer Tagungen zur Genese, Struktur und Funktion von „Zigeuner“-Stereotypen, die das Referat Dialog in Kooperation mit Fachleuten aus dem In- und Ausland durchgeführt hat. Im Mittelpunkt stand dabei zum einen die Literatur - von den klassischen Werken über die Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu Lexika und Enzyklopädien. Zum anderen wurde die Wirkung des Films analysiert, der als modernes Massenmedium seit der Frühzeit des Stummfilms stets eine wichtige Rolle bei der Tradierung und Reproduktion antiziganistischer Vorurteile gespielt hat (und leider immer noch spielt).

Musik und Kunsthandwerk

Im Rahmen von musikwissenschaftlichen Tagungen arbeitet das Referat die kulturellen Beiträge, welche die Minderheit der Sinti und Roma im Rahmen der europäischen Kulturgeschichte in den verschiedenen Ländern und in unterschiedlichen Musikstilen und -richtungen erbracht hat, auf. Das Verhältnis von Roma-Musik und Wiener Klassik sowie die Bedeutung der Musik der Sinti und Roma für die Entwicklung des Jazz und des Flamenco stehen hierbei im Mittelpunkt. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tagungen werden in Form von Publikationen dokumentiert und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine vielbesuchte Wechselausstellung zum Geigenbau war ein wichtiger Beitrag des Referats bei der Dokumentation dieses traditionellen Handwerks der Sinti und Roma.