Referat Bildung

Das im Januar 2001 eingerichtete Referat Bildung beschäftigt sich im Wesentlichen mit zwei Themenfeldern.

Einmal geht es um den Bereich Schule im weiteren Sinne: um die Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung, um Stipendien und Förderprogramme. Die Mitarbeiter des Referats sammeln Informationen über staatliche und private Bildungsangebote, konzipieren Lehrerseminare und unterrichtsbegleitende Materialien, die sich thematisch mit der Verfolgungsgeschichte der Minderheit während der Zeit des Nationalsozialismus und der Bürgerrechtsarbeit in der Bundesrepublik befassen. Weiter hat das Referat die Aufgabe, gängige Schulbücher zu analysieren und gegebenenfalls Empfehlungen auszusprechen. Hier und in anderen bildungspolitischen Bereichen engagiert sich das Referat für den Abbau von Vorurteilen und für eine größere Chancengleichheit der Minderheit.

Der zweite Arbeitsschwerpunkt des Referats Bildung ist das Eintreten für die Rechte des deutschen Romanes im Sinne der europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen. Auf deren Grundlage hat bisher nur das Land Hessen im Juli 1998 den Schutz des Romanes beschlossen und damit anderen deutschen Minderheitensprachen wie Dänisch, Sorbisch oder Friesisch gleichgestellt. In vielen Sinti- und Roma-Familien ist das Romanes neben Deutsch die zweite Muttersprache und ein wesentlicher Teil der kulturellen Identität der Minderheit.

Durch die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und die fortgesetzte Diskriminierung und Benachteiligung nach 1945 ist das Romanes heute in seinem Fortbestand gefährdet. Deshalb ist es wichtig, innerhalb der Minderheit das Bewusstsein für die Bedeutung der eigenen Sprache zu stärken.