Gebäude

Das Gebäudeensemble des Dokumentations- und Kulturzentrums steht an einer städtebaulich wichtigen Stelle der Heidelberger Altstadt. Es hat durch den mittleren Bauteil, einem ehemaligen Speicherbau mit hohem Mansarddach und durchlaufenden Schleppgaubenbändern, eine signifikante Bedeutung.

Im Zuge des in den 1960er Jahren gebauten Altstadtzubringers am Oberen Faulen Pelz wurde der Südflügel des ursprünglichen Ensembles abgerissen.

Der Neubau des Südflügels auf dem alten Gewölbekeller stellte die ursprüngliche städtebauliche Situation wieder her. Die Zufahrt zur Altstadt, vom Oberen Faulen Pelz her, ist torartig neu gefasst. Der hufeisenförmige Hof ist zurückgewonnen.

Das Zentrum besteht aus drei Bauteilen, die um den nach Osten hin offenen Hof gruppiert sind:

1. An der Südseite entstand über einem Teil des historischen Kellergewölbes ein neuer Gebäudeteil als Foyer mit dem Hauptzugang zur Ausstellung. Darunter befindet sich der Film- und Vortragssaal.

2. Der Speicherbau in der Mitte stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ganz für die dokumentarische Ausstellung eingerichtet worden. Die historische Dachstuhlkonstruktion wurde dabei in Form eines Gedenkstegs in den letzten Teil der Ausstellung einbezogen. Im historischen Kellergewölbe werden Wechselausstellungen gezeigt, Vorträge gehalten und Konzerte und Workshops veranstaltet.

3. Der Gebäudeteil im Norden entlang der Zwingerstraße entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Er ist vielen Heidelbergerinnen und Heidelbergern noch als Kino "Zum Faulen Pelz" und als Gaststätte bekannt. Heute befindet sich dort die Verwaltung des Dokumentations- und Kulturzentrums sowie des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Hier sind die Büros, die Tagungsräume sowie das Archiv und die Bibliothek untergebracht.

Skizze des Architekten Dieter Quast für die Gestaltung des Gedenkstegs
Skizze des Architekten Dieter Quast
für den Neubau des Südflügels