"Unsere" Ehemaligen

Michael Hahn
Schülerpraktikum vom 20. bis 24. Juli 2015
In diesem Schuljahr beschäftigten wir uns im Geschichtsunterricht verstärkt mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust. Dieses Thema lies mich einfach nicht mehr los und so wollte ich unbedingt das anstehende Schülerpraktikum in diesem Bereich absolvieren. Daraufhin habe ich viele Bewerbungen verschickt und viele Telefonate geführt, doch das Resultat war immer das selbe. Nur Absagen mit der Begründung, dass Praktikumsplätze nur für Studenten oder über einen Zeitraum von mindestens 5 Wochen angeboten werden. Dank Internet stieß ich dann auf das Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma in Heidelberg und erhielt nach kurzer Zeit eine Zusage für einen Praktikumsplatz. Deshalb nochmals einen herzlichen Dank an Herrn Andreas Pflock der mir dieses Praktikum ermöglichte, obwohl in diesem Zeitraum ziemlicher Trubel und Stress herrschte, da eine Gruppenreise nach Auschwitz vorzubereiten war.

Obwohl mein Praktikum sehr kurz war, konnte ich sehr viele über die Geschichte der Sinti und Roma lernen. Durch die vielfältigen mir gestellten Arbeitsaufträge des Museums konnte ich Einblick in viele Einzelschicksale gewinnen. Der Hauptteil meiner Aufgaben bestand aus einer Transkription eines Interviews mit einer Sintiza. Dadurch wurde mir bewusst, dass Sinti und Roma auch heute noch diskriminiert und herabgestuft werden, was meiner Meinung nach inakzeptabel und menschenunwürdig ist. Die Mitarbeiter des Dokumentationszentrums ermöglichten mir außerdem einen Besuch im Mannheimer Stadtarchiv und der KZ Gedenkstätte Mannheim/Sandhofen, um auch mal über den Tellerrand hinaus blicken zu können.

Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht und meine Erwartungen weitaus übertroffen, da ich Einblicke in die verschiedensten Themenbereiche gewinnen konnte. Es war eine sehr interessante und lehrreiche Woche für mich. In dieser Zeit verstärkte sich auch mein Wunsch Geschichte zu studieren und später in diesem Bereich zu arbeiten. Da die Zeit in meinem einwöchigem Praktikum leider wie im Flug verging, könnte ich mir jederzeit vorstellen noch ein weiteres Praktikum im Haus zu absolvieren. Die nette und herzliche Art aller Mitarbeiter war einfach super. Ich habe mich während der Zeit sehr wohl gefühlt und kann ein Praktikum im Dokumentationszentrum nur weiterempfehlen.

Vanessa Hilss
13. Januar bis zum 13. Februar 2015
Im Rahmen meines Lehramtsstudiums der Geschichte und Germanistik an der Universität Heidelberg absolvierte ich ein fünfwöchiges Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Während meines Praktikums hatte ich die Möglichkeit, mehrere unterschiedliche Arbeitsbereiche der Dokumentationsstätte kennenzulernen. Eine meiner ersten Aufgaben bestand beispielsweise darin, bei der Digitalisierung der archivierten Akten zu helfen. In diesem Rahmen wurden Familienfotos und Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus, die dem Dokumentationszentrum von Zeitzeugen zur Verfügung gestellt wurden, eingescannt und in einer Datenbank archiviert. Ferner hatte ich die Gelegenheit, bei der Entstehung der Biographie eines Zeitzeugen mitzuwirken. Hierbei las ich nicht nur die Aufzeichnungen zur Korrektur, sondern sprach auch mit ihm persönlich über seine Aufschriebe und Erfahrungen. Dieses Gespräch mit einem Menschen, der nicht nur die Zeit des Nationalsozialismus miterlebt hat, sondern auch unmittelbar von den Verfolgungsmaßnahmen betroffen war, war für mich eine sehr beeindruckende und bereichernde Erfahrung. Ein besonderer Schwerpunkt in den letzten Wochen meines Praktikums war die Personenrecherche nach Informationen über Verfolgte des Nationalsozialismus, welche der Vorbereitung einer geplanten Ausstellung im Dokumentationszentrum diente. In diesem Rahmen sammelte ich Informationen mittels Internet- und Literaturrecherche und trat auch in Kontakt mit verschiedenen Stadtarchiven und Archiven von Gedenkstätten. Ferner unternahm ich eine eintägige Fahrt nach Frankfurt, um im Dokumentationsarchiv des Studienkreises Deutscher Widerstand Informationen zu sichten.

Neben dokumentarischen Tätigkeiten und Recherche-Aufgaben hatte ich auch einmal die Möglichkeit, an einer Schülerführung durch die Ausstellung teilzunehmen und bei der pädagogischen Betreuung der Schülerinnen und Schüler mitzuhelfen. Ferner konnte ich eine Übung des Historischen Seminars der Universität zum Thema „Klischees als Wirkmächte in der Geschichte“ besuchen, die dreimal in der Dokumentationsstätte stattfand und in der unter anderem die historischen und aktuellen Stereotype über Sinti und Roma untersucht wurden.

Die Aufgaben, die ich während meines Praktikums übernehmen konnte, empfand ich als sehr abwechslungsreich und interessant. Ferner schätze ich es sehr, durch dieses Praktikum einen Einblick in die Arbeit der Dokumentationsstätte erhalten zu haben. Sowohl in historischer als auch in aktueller Hinsicht leisten das Dokumentationszentrum und der Zentralrat eine für die Gesellschafts- und Bildungspolitik sehr wichtige Aufgabe, indem sowohl die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma gefördert wird als auch für den Abbau gegenwärtiger Vorurteile und Diskriminierung gearbeitet wird. Daher war es für mich eine wertvolle Erfahrung, im Rahmen eines Praktikums bei dieser Arbeit mitwirken zu können. Ich habe sowohl fachlich als auch persönlich sehr viel mitgenommen und kann daher ein Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nur weiterempfehlen!

Wolfgang Schneider
28. Juli bis zum 26. September 2014
Im Rahmen meines Studiums der Slavistik und der Geschichte absolvierte ich im Sommer 2014 ein achtwöchiges Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Das lag zum einen am sehr kollegialen und respektvollen Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums untereinander und mit mir als Praktikanten. Zum zweiten wurde ich mit fordernden und interessanten Aufgaben betraut, die mir die Möglichkeit boten, die während meines Studiums erlangen Kenntnisse und Fähigkeiten einzusetzen und zu erweitern. Dabei hatte ich stets den notwendigen Freiraum, eigenständig auch komplexe und verantwortungsvolle Aufgaben zu bearbeiten, ohne dabei auf die für Praktikanten und Praktikantinnen wichtige Betreuung und Rücksprache mit den Vorgesetzten verzichten zu müssen. Bei gemeinschaftlich bearbeiteten Aufgaben wurde ich stets auf Augenhöhe behandelt und habe die Zusammenarbeit im Zentrum als konstruktiv und kollegial wahrgenommen.

Schon während des ausführlichen Vorstellungsgesprächs wurde ich dazu eingeladen, als Start ins Praktikum an der „Roma Genocide Remembrance Initiative“ in Krakau und Auschwitz teilzunehmen. Anfang August 2014 fuhr ich dann für fünf Tage zu dieser Gedenkfahrt und dem zeitgleich stattfindenden Roma-Jugendkongress mit mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Europa mit. Die Fahrt bot eine für mich bisher einmalige Möglichkeit, mit jungen Sinti und Roma aus verschiedensten Ländern in Kontakt zu kommen und mehr über ihre jeweilige vielfältige politische und soziale Situation zu erfahren. Neben der Dokumentation dieser Fahrt für den Rundbrief des Zentrums gehörten zu meinen Aufgaben während des Praktikums die Mitarbeit an der Erstellung eines Workshops für Schülerinnen und Schüler zum Rassismus gegen Sinti und Roma, die Sichtung und Digitalisierung von Presseberichten zu Prozessen gegen NS-Täter, die Lektüre und kritische Zusammenfassung aktueller historischer Forschungsliteratur sowie die Arbeit an einer Datenbank zu Gedenkorten des Völkermords an den Sinti und Roma.

Die zwei Monate im Dokumentationszentrum waren für mich eine eindrückliche, interessante und nicht zuletzt auch sehr angenehme Zeit. Allen an der Arbeit des Zentrums Interessierten kann ich ein Praktikum dort nur empfehlen.

Julia Landgraf
4. bis 29. März 2013
Im Rahmen meines Lehramts-Studiums für die Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde konnte ich 4 Wochen meines Betriebspraktikums im Dokumentations- und Kulturzentrum für Deutsche Sinti und Roma absolvieren.

Schon beim Vorstellungsgespräch und den ersten Kontakten zum Haus bemerkte man den freundlichen und offenen Umgang miteinander, den ich während meiner gesamten Zeit hier spüren konnte – ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt!
Ein weiterer großer Pluspunkt war, dass ich ein eigenständiges Projekt an einem eigenen Arbeitsplatz bearbeiten konnte. Für eine Datenbank mit Material über Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz, die später mal für eine App oder zumindest einer Internetseite zur Verfügung stehen soll, sichtete ich Bücher, Fotos, Videoaufnahmen und historische Dokumente wie Häftlingsaufnahmebögen oder ähnliches.
Gleichzeitig bekam ich die Möglichkeit, einen Einblick in die Fülle der Tätigkeiten des Zentrums zu bekommen:
Verschiedene Führungskonzepte durch die Dauerausstellung, eine Lesung, die Eröffnung einer Wanderausstellung -  und das alles innerhalb von diesen 4 Wochen.

Ein persönlicher Höhepunkt war der Tag, an dem eine große Gruppe Roma-Jugendlicher (organisiert von der Jugendorganisation Amarodrom, bestehend aus Roma- und Nicht-Roma-Jugendlichen) aus ganz Europa hier zu Gast war. Nach gemeinsamer Besichtigung der Ausstellung, fand ein Gespräch mit Romani Rose statt, das für mich sehr spannend und aufschlussreich war. Abends fand im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ noch ein kultureller Tagesausklang mit Musik, Tanz und guten Gesprächen statt.

Mich hat die Zeit hier unglaublich bereichert, nicht nur in einer Hinsicht! Natürlich habe ich historisch über den Ort Auschwitz und die Lebensschicksale dort viel gelernt, weiterhin hat sich jedoch auch mein kultureller Horizont und mein Wissen über die Minderheit der Sinti und Roma um ein vielfaches erweitert. Ich glaube, dass der erste Schritt, um ein besseres Miteinander und ein vorurteilfreieres Leben nur darin bestehen kann, aufeinander zuzugehen und sich kennen zu lernen. Auch dafür kann ein Praktikum hier genau richtig sein!

Tines Durairajah
28. November 2011 bis 20. Januar 2012

Durch ein Seminar im Rahmen meines Studiums an der Uni Mannheim (Anglistik/Amerikanistik, Hispanistik) bin ich auf das Zentrum aufmerksam geworden. Mich hatte der damalige Besuch und die Gespräche mit den Leuten aus dem Haus so beeindruckt und interessiert, dass ich mich kurze Zeit später für ein Praktikum in dieser Einrichtung beworben habe.

Am Anfang meines Praktikums habe ich selbstständig an einem Projekt gearbeitet, wo ich mithilfe von Zeugenaussagen, Zeugenberichten und auch anhand eines Buches Informationen zum „KZ Natzweiler-Struthof“ gesammelt habe. Diese Informationen wurden dann sortiert, mit den passenden Bildern und Zeugenberichten zusammengefügt und in schriftlicher Form in einer „Google-Map“ Karte veröffentlicht. Besucher dieser Karte können die verschiedenen Stationen und deren Bedeutung in der Geschichte des Konzentrationslagers nachlesen. So gelingt es, sich auf anschauliche Weise ein Bild von den Geschehnissen im KZ Natzweiler zu machen und dabei zu verstehen, dass auch Sinti und Roma Häftlinge in diesem Lager waren und dort u.a. für medizinische Experimente missbraucht wurden. Darüber hinaus hatte ich die besondere Gelegenheit jeden Donnerstag an einer 2-stündigen Seminarsitzung des Dokumentationszentrums und der Uni Heidelberg teilzunehmen. Dabei konnte ich mir Referate und Präsentationen zu vielen verschieden Themenaspekten bzgl. der Sinti und Roma anhören und anschließend gemeinsam mit den Seminarteilnehmern  über diese Themen diskutieren.

Ich kann abschließend nur festhalten, dass ich aus meinem Praktikum sehr viel mitnehmen werde. Besonders hervorheben möchte ich auch die angenehme und „lockere“ Atmosphäre im Haus. Dabei konnte ich mich an jeden Mitarbeiter des Zentrums wenden, sobald ich irgendwelche Fragen oder Probleme bzgl. meiner Aufgaben hatte.  Auch wenn es nur sechs Wochen waren, werde ich diese schöne aber auch informative Zeit stets in Erinnerung behalten und möchte jedem ein Praktikum in dieser Einrichtung  weiterempfehlen.

Oliver Mohr
25. Juli bis 2. September 2011

Am Ende meines Studiums der Geschichte und Politischen Wissenschaft absolvierte ich im Sommersemester 2011 ein Praktikum im Dokumentationszentrum. Zu meinen Aufgaben gehörte es, Interviews mit Sinti und Roma, die den NS-Völkermord überlebt haben, zu sichten und in einer eigens erstellten Datenbank zu dokumentieren.

Sehr gut gefallen hat mir, dieses interessante Projekt sehr eigenständig bearbeiten zu können. So gehörte es im Rahmen der Recherche zu meinen Aufgaben, mit Gedenkstätten für die NS-Opfer im deutschsprachigen Raum in Kontakt zu treten. Hierbei konnte ich mir einen guten Überblick über die „Gedenkstätten-Landschaft“ verschaffen und einiges Neue dazulernen. Durch die tägliche Beschäftigung mit den Schicksalen von im Nationalsozialismus verfolgten Sinti und Roma erfuhr ich viel über deren Geschichte und Verfolgung im „Dritten Reich“, über ihre Ausgrenzung und Deportation, den Lageralltag, Zwangsarbeit, Misshandlungen, die ständige Lebensgefahr und die lebenslange Traumatisierung. Interessant war für mich, zu lernen, wie man mit der spezifischen Quellengattung des Zeitzeugen-Interviews umgeht, wozu sie sich gut eignet (Repräsentation subjektiver Erfahrungen) und wozu weniger (Rekonstruktion äußerer Geschehensabläufe).

Über das Projekt hinaus konnte ich durch Gespräche und den Besuch der Dauerausstellung viel über die Geschichte der Sinti und Roma mitnehmen. Das Praktikum hat mir nicht zuletzt deshalb großen Spaß gemacht, weil es mit einer interessanten Aufgabe verbunden war, die ich selbstständig bearbeiten konnte. Auch werde ich das offene und freundliche Arbeitsklima in guter Erinnerung behalten.

Maja Kliem
4. bis 15. April 2011

Innerhalb des Programms zur Studien- und Berufsorientierung meines Gymnasiums habe ich im April 2011 mein Schulpraktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma absolviert.

Um einen allgemeinen Eindruck über die verschiedenen Tätigkeiten und Arbeitsbereiche zu erhalten, hatte ich mit Mitarbeitern der verschiedenen Referate Gespräche, in denen sie mir einiges über ihre Arbeit erklärt haben. Auch war die Inventarisierung interessant, d.h. Gegenstände mit Listen zu vergleichen und diese zu ergänzen. Internetrecherchen über die Situation der Roma in Frankreich sowie über die Bildungspolitik von Minderheiten haben mir viel Spaß gemacht und ich fand es spannend, Videointerviews mit Überlebenden des nationalsozialistischen Völkermords niederzuschreiben. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen und einen Vortrag über die Erzählkultur der Sinti und Roma zu besuchen.

Allgemein hat mir das Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum sehr gut gefallen. Ich konnte viel über Sinti und Roma lernen und habe einen weiten Überblick der Tätigkeiten erhalten. Die Mitarbeiter waren superfreundlich und offen. Deshalb kann ich ein Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nur weiterempfehlen.

Lea Sigmund
19. bis 23. April 2010

Ich habe im Dokumentationszentrum mein Bogy (Berufsorientierung am Gymnasium)absolviert. Meine große Aufgabe bestand aus der Inventarisierung, d.h. ich habe Listen mit Gegenständen verglichen und Dinge inventarisiert, also in diese Liste eingetragen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der Museumsarbeit. Um einen Einblick in die Tätigkeit des Zentrums zu bekommen, hatte ich außerdem mit vielen Mitarbeitern aus unterschiedlichen Referaten Gespräche, in denen sie mir ihre Arbeit erklärt und ihre täglichen Aufgaben gezeigt haben. Sehr interessant war außerdem, dass ich bei einer Lehrerfortbildung dabei sein und diese mitorganisieren durfte, und ich eine Schülerführung und ein Studentenseminar miterleben durfte.

Insgesamt war mein Bogy sehr aufschlussreich und interessant. Ich habe einen guten Einblick in die Museumsarbeit bekommen, sowohl über das, was Besucher mitbekommen, als auch das, was „hinter den Kulissen“ abläuft. Ich wurde sehr freundlich von allen aufgenommen und habe Aufgaben meinem Wissen und Können entsprechend bekommen. Ein weiterer Aspekt ist sicher auch, dass ich viel über Sinti und Roma (insbesondere im Dritten Reich) gelernt habe, da dieses Thema im Unterricht eher weniger zur Sprache kommt. Ich kann daher ein Praktikum im Dokumentation- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma nur empfehlen.

Claudia Bock
1. Februar bis 12. März 2010

Im Frühjahr 2010 habe ich sechs Wochen lang ein Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum gemacht. Auf das Zentrum bin ich durch ein Seminar im Rahmen meines Studiums (Staatsexamen: Germanistik und Biologie) aufmerksam geworden. Ich hoffte, dass das Praktikum mir einen Einblick in die pädagogische Arbeitswelt außerhalb der Schule bieten könnte. Außerdem versprach ich mir, mehr über die Minderheit der Sinti und Roma zu erfahren und einen tieferen Einblick in die Thematik der Holocausteducation zu bekommen.

Mein Praktikum hatte von Beginn an eine klare Zielsetzung: Ich sollte ein pädagogisches Projekt für Schulklassen entwickeln, in dessen Zentrum die quellenkritische Verwendung von Fotografien stehen sollte. Da das Thema meiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit in eine ähnliche Richtung geht, war es möglich, mein Hintergrundwissen aus der wissenschaftlichen Arbeit in die Konzeption mit einfließen zu lassen - und andersherum. Außerdem fand ich im Dokumentations- und Kulturzentrum Anregungen und kompetente Ansprechpartner.

Das Praktikum hat alle meine Erwartungen erfüllt. Es herrschte eine sehr offene und freundliche Atmosphäre hier im Haus, so dass ich mich gleich willkommen fühlte.  Während meines Praktikums konnte ich mich fast ausschließlich auf die Konzeption des Projektes konzentrieren. Es wurde mir dabei viel Vertrauen entgegengebracht, wofür ich mich noch einmal bedanken möchte. So konnte ich sehr frei und eigenverantwortlich meine Vorstellungen umsetzen und fühlte mich dabei zu jedem Zeitpunkt gut betreut und unterstützt. Mir hat mein Praktikum sehr viel Spaß gemacht. Durch den Einblick in die Arbeit dieses Hauses, insbesondere die pädagogischen Angebote, habe ich sehr viel lernen können. Und durch die praktische Projektkonzeption habe ich zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Ich kann an dieser Stelle jedem nur empfehlen, außerhalb des Studiums (oder der Schule) ein Praktikum zu machen.

Annegret Rupp
17. August bis 9. Oktober 2009

Während meines Praktikums habe ich - ohne zu übertreiben - viel gelernt. So durfte ich zum Beispiel die bereits existierende Ausstellung zum Geigenbau der Sinti und Roma überarbeiten und einen Internetbeitrag dazu erstellen. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, meine Sprachkenntnisse bei Übersetzungen und Recherchen zu Themen wie Kultur und Geschichte der Sinti und Roma zu verbessern. Neben diesen grundlegenden Tätigkeiten eines Praktikums haben mich aber insbesondere die Recherchen zur Geschichte des Hungerstreiks der Sinti und Roma auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau 1980 nachhaltig beeindruckt, da ich so die Möglichkeit hatte, mit Teilnehmern sowie Unterstützern der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Kontakt zu treten.

In diesem Zusammenhang muss ich anmerken, dass ich in meinem abgeschlossenen BA-Studium der Kommunikationswissenschaft und Anglistik beziehungsweise in meinem derzeitigen MA-Studiengang der British and American Studies verständlicherweise wenig - bisweilen überhaupt nichts - von den in Deutschland lebenden Sinti und Roma gehört hatte. Doch auch in meiner Schulzeit wurde dieses Thema nie angesprochen. Dabei bin ich einer Kleinstadt in der Nähe von Heidelberg, dem Standort des Dokuzentrums, zur Schule gegangen. Es wäre also ein Leichtes gewesen, die Minderheit der Sinti und Roma und ihre Geschichte zum Beispiel im Unterricht zum Nationalsozialismus einzubinden. Stattdessen wurde lange Zeit offiziell alleine den jüdischen NS-Opfern gedacht. Und ebenso scheint heutzutage die Auseinandersetzung mit der Repräsentation von Muslimen in den deutschen Medien ein Modethema geworden zu sein, während andere Minderheiten in Deutschland eine klischeehafte Darstellung hingegen ohne Widerrede erdulden müssen, wie ich während meines BA-Studiums feststellen konnte. Diese Beispiele nenne ich nicht als Anklage, trotzdem verdeutlichen sie meiner Meinung nach, dass es auch in Deutschland noch einen großen Nachholbedarf bezüglich des Miteinanders zwischen verschiedenen Ethnien sowie Religionsgemeinschaften gibt.

Ich hatte mich daher bewusst für ein Praktikum im Dokumentationszentrum entschieden, um so meinen eigenen kleinen Teil zu einem positiveren Umgang miteinander beizutragen. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Dabei kann ich mich nur den andeern Äußerungen hier anschließen und vor allem die überaus positive Atmosphäre im Dokuz loben. Gleichzeitig werden mir wohl insbesondere zwei Ereignisse während meines Praktikums in Erinnerung bleiben: Die Herzlichkeit, mit der mir Überlebende des Nationalsozialismus während des Besuchs des damaligen Bundesinnenministers Dr. Wolfgang Schäuble begegnet sind. Und ein Telefonat mit einem Zeugen des Hungerstreiks der Sinti und Roma in Dachau, die Beharrlichkeit des Mannes, sich trotz des erheblichen Widerstands von Seiten der Familie und Freunde sich für die Belange der Sinti und Roma einzusetzen. Das ist für mich Dialog. Und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher, mit seinen MitarbeiterInnen, steht mit vollem Einsatz dafür, dass dieser Dialog auch weiterhin stattfinden wird.

Johannes Boll
8. Juni bis 14. September 2009

Das komplett perfekte Praktikum gibt es wahrscheinlich nicht. Ich kann von meinem Praktikum behaupten, dass es zu 90 Prozent zufriedenstellend war. Es wurde mir alles geboten oder auch angeboten, das ich mir im Vornherein gewünscht hatte. Eigenverantwortung, Teamarbeit, Innovation und das Gefühl, wirklich etwas zu bewegen mit seinen Projekten. Es war mir nicht von Anfang an klar, dass ich nach 3 Monaten mein Praktikum noch einmal um einen halben Monat verlängern würde. Die ersten Tage fingen etwas schleppend an, weil es noch nicht klar war, welche Art von Projekten oder Arbeiten ich übernehmen sollte. Auch waren natürlich einige Tätigkeiten dabei, die nicht gerade zu den "Lieblingsarbeiten" eines Praktikanten gehören, doch auch dies gehört zu einem Praktikum. Zum Beispiel eintüten von Briefen, Vergleich von Adressenlisten, Empfangsdienst im Museum.

Diese Aufgaben waren aber auch das einzige "Negative" was ich zu meinem Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum zu sagen habe. Alles anderen Projekte waren so konzipiert, dass sie zu bewältigen waren – ich mich aber auch nie gelangweilt habe. Hervorheben möchte ich auch noch, dass ich von den Mitarbeitern des Zentrums herzlich aufgenommen wurde. Ohne jegliche Vorurteile. Egal welche Position diejenige Person einnahm, wurde ich von allen herzlich aufgenommen und konnte jedem Mitarbeiter jederzeit Fragen stellen oder mir auch nur Informationen für meine Arbeit holen.

Hervorheben möchte ich auch die überaus freundliche und kompetente Arbeit meiner zwei Vorgesetzten Anita Awosusi und Andreas Pflock. Sie haben mich bei allen Projekten überaus herzlich betreut und mir immer mit Tat und Rat zur Seite gestanden. Auch sehr beeindruckt haben mich die Gespräche mit Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma.

Gerne möchte ich, dass auch andere Studenten der HIB-ACADEMY diese Herzlichkeit und Kompetenz kennenlernen. Alle Projekte, die ich bearbeitet habe oder an denen ich mitgearbeitet habe, haben mich meinem Ziel des Kulturmanagers ein Stück näher gebracht. Ich hoffe sehr, dass ich den Kontakt zu den Mitarbeitern des Zentrums aufrecht erhalten kann. Und auch hoffe ich, dass es vielleicht in ein oder zwei Semestern wieder einen Studenten gibt, der sich für dieses Praktikum entscheidet. Es öffnet jedem Menschen die Augen und schafft neue Horizonte. Im Sinne von Menschlichkeit, Zusammenarbeit, Konfliktlösung und einfach, um die Geschichte und Kultur seines eigenen Landes besser zu verstehen. Denn nur wer die Geschichte aufarbeitet, kann die Zukunft nachhaltig verändern.

Sinbad Sejdic
20. April bis 8. Mai 2009

Ich hatte seit langem nach einer Möglichkeit gesucht, wie ich das Thema „Sinti und Roma“ in meinem Schulunterricht einbringen könnte. Als sich die Chance ergab ein Schulpraktikum zu absolvieren, fand ich das als ideale Möglichkeit. In der Stadt wo ich seit meiner Kindheit lebe und zur Schule gehe gibt es einen Verein, der sich um die Belange der Sinti und Roma sorgt. Ich bewarb mich dort um einen Praktikumsplatz, jedoch wurde meine Bewerbung (mit der Begründung man habe keine Zeit für mich) abgelehnt. Ich war sehr enttäuscht. Überall in Europa wird appelliert, dass junge Sinti und Roma geschult und gefördert werden sollen. Und dann wurde ich in der Stadt, wo ich seit meiner Kindheit lebe und zur Schule gehe - und mir sogar Gedanken mache wie ich das Thema „Sinti und Roma „in den Schulunterricht einbringen kann - abgelehnt.

Jedoch wollte ich nicht aufgeben und schaute über meine Stadtgrenzen hinaus. Wer sucht, der findet. Und ich fand das Dokumentations- und Kulturzentrum in Heidelberg. Die Mitarbeiter freuten sich über meine Bewerbung! Ich konnte es nicht fassen, es gibt Menschen, die sich über meine Bewerbung freuen und mir die Möglichkeit geben, endlich das Thema „Sinti und Roma“ in den Schulunterricht über einen Praktikumsplatz einzubringen.

Die Zeit beim Dokumentations und Kulturzentrum war in aller Hinsicht eine sehr lehrreiche und bewegende Zeit für mich. Ich durfte alle Bereiche im Zentrum durchlaufen und viele anspruchsvolle und auch einige weniger anspruchsvolle Tätigkeiten erledigen und insbesondere an einer sehr anspruchsvollen Recherche mitarbeiten. Ich habe dort nicht nur ein Praktikum absolviert, sondern tolle Menschen kennen lernen dürfen wie Jacques, Anita, Silvio, Adriana und insbesondere Romani Rose, die mir alle gezeigt haben mit meiner kulturellen Identität selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Für mich ist das Zentrum „the best practice“, wie der europäische Appell junge Sinti und Roma zu fördern tatsächlich auch umgesetzt wird. Und zu guter Letzt: Aufgrund einer sehr guten Praktikumspräsentation, haben meine Lehrer im Gesichts- und Politikunterricht das Thema „Sinti und Roma“ eingebracht. Es wäre gut, immer mehr und öfter dieses wichtige Thema in den Schulen und Unis einzubringen.

Ana-Maria Paeffgen
3. November bis 15. Dezember 2008

Durch ein Pädagogikseminar der Universität Heidelberg zum Thema „Erziehung nach Auschwitz“ hatte ich das Dokumentationszentrum und einige der dortigen Mitarbeiter kennengelernt. Im Rahmen dieses Seminars besuchten wir auch die KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof und erhielten auf diese Weise einen Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche von Gedenkstätten.

Mein Interesse war von Anfang an geweckt und ich freute mich daher sehr, als ich die Zusage bekam, einen tieferen Einblick in diese Arbeit in Form eines Praktikums im Dokumentations- und Kulturzentrum erhalten zu können. Neben der Einarbeitung in grundlegende Fakten zur Geschichte der Sinti und Roma unter besonderer Berücksichtigung des nationalsozialistischen Völkermords, bestand meine Hauptaufgabe in der englischsprachigen Darstellung des Holocaust an den Sinti und Roma auf der Internetseite des Zentrums. Ich durfte diese auf Basis des englischsprachigen Ausstellungskatalogs „The national socialist genocide of the Sinti and Roma. Catalogue of the permanent exhibition in the State Museum of Auschwitz” konzipieren und durch selbsterarbeitete Beiträge ergänzen. Was die Textlänge und auch die Auswahl der Abbildungen an Hand des Katalogs betraf, hatte ich das Privileg, kreativ und selbstständig zu arbeiten.

Als ich mein Praktikum antrat, wusste ich nicht genau, was mich erwarten würde. Meine wagen Erwartungen wurden jedoch weit übertroffen, und ich hatte sogar die Möglichkeit, mich besonders mit meinen Studienschwerpunkten Englisch und Geschichte produktiv in die Arbeit des Zentrums einzubringen. Das Praktikum hat mir sehr große Freude bereitet und war zudem noch äußerst lehrreich. Ich habe nicht nur geschichtlich und inhaltlich viel dazu lernen können. Auch andere Aspekte, wie zum Beispiel das technische Gestalten einer Internetseite und der routinierte Umgang mit diversen Computerprogrammen haben mir im weiteren Verlauf des Studiums geholfen.

Die Betreuung meines Praktikums war immer überaus freundlich und entgegenkommend, und der nette Umgang mit den Mitarbeitern ermöglichte es mir, mich sofort in dieser Arbeitsatmosphäre wohl zu fühlen. Besonders freut mich heute, dass auch nach dem Abschluss meiner Praktikumszeit der Kontakt zum Dokumentationszentrum nicht abgebrochen ist und man sich immer als gerngesehener Gast fühlt. Sehr gerne denke ich an diese Zeit zurück und kann diese Praktikumserfahrung daher nur weiter empfehlen.

Fikret Sejdic
30. Juni bis 4. August 2008

Durch mein Interesse für Politik und Geschichte und die aktuelle Situation meiner eigenen Minderheit entscheid ich, mich für ein Praktikum beim Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma zu bewerben. Erfreulicherweise bekam ich eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch und daraufhin auch eine Zusage für ein Praktikum.

Zu Beginn des Praktikums wurden mir die beeindruckenden Räumlichkeiten und die sympathischen Mitarbeiter des Zentrums vorgestellt. Am selben Tag erhielt ich von meinem motivierten Praktikumsbetreuer Jacques Delfeld den bedachten Praktikumsplan. Mit dem Praktikumsplan sollte ich mich durch ausgefeilte Aufgaben systematisch mit den vielfältigen Fachreferaten des Zentrums auseinandersetzen und an deren Arbeit mitwirken. Jedes der Fachreferate war individuell und faszinierend, doch am meisten hat mich die Aufgabe der Übersetzung von historischen Dokumenten und Aussagen aus dem Serbokroatischen in die deutsche Sprache aufgewühlt. Für mich waren das nicht nur Blätter die ich übersetzen sollte, es waren für mich dokumentierte Leidensgeschichten von Roma- und Sinti-Familien aus dem ehemaligen Jugoslawien. Ich war geschockt, dass auch dort mit einer instrumentalisierten Grausamkeit Massen an Menschen ermordet worden waren. Ebenfalls war ich von der Gedenk-und Bildungsreise junger Sinti und Roma in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz, an der ich teilnehmen durfte, beeindruckt (siehe Projektbeschreibung)

Insgesamt hat das Praktikum meinen persönlichen und intellektuellen Horizont erweitert und ich würde die Option jedem weiterempfehlen.

Anabell Schuchhardt
11. Februar bis 7. März 2008

Schon während meiner Schulzeit begann ich, mich mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust auseinanderzusetzen. Als ich dann im April 2007 mein Geschichtsstudium an der Philipps-Universität Marburg aufnahm, intensivierte sich mein Interesse, diese Zeit näher zu erforschen. Anstatt für das Modul „Berufsfelder für Historiker“ zwei Übungen in einem trögen Seminarraum abzusitzen, beschloss ich also, diese Leistungen in Form eines Praktikums abzulegen. Die Tätigkeit in einer kulturellen Institution, in der eine Vielfalt von Aufgaben fällig wird, reizte mich dabei besonders. Verbunden mit meiner Spezialisierung auf Neueste Geschichte und meinem Interesse am Nationalsozialismus, stieß ich via Internetrecherche auf das Dokumentationszentrum in Heidelberg. Meine Bewerbung glückte: Nach einem Vorstellungsgespräch und einem gemeinsamen Brainstorming über mögliche Praktikumsschwerpunkte wurde ich als Praktikantin angenommen.

Von Anfang wurde ich von allen Mitarbeitern des Dokumentationszentrums freundlich aufgenommen und durfte an verschiedenen Arbeitsabläufen teilhaben. So begleite ich etwa Führungen in der Ausstellung und half bei der Pflege der Internetseite. Neben diesem Einblick in den Alltag der Einrichtung bearbeitete ich allerdings auch zwei große Projekte, die in meinem vierwöchigen Aufenthalt keine Langeweile aufkommen ließen.

Das eine Projekt bezog sich auf eine bereits bestehende Onlinedatenbank, die Informationen zu bestehenden Gedenkorten für Sinti und Roma enthielt. Meine Aufgabe war es, diese durch neue Informationen sowie Fotos zu ergänzen und durch Gedenkorte im Ausland zu erweitern. Ich lernte, was es bedeutete auf allen möglichen Kommunikationsebenen Recherche zu betreiben.  Das andere Projekt verlangte ebenfalls sehr viel Recherchearbeit. Diesmal ging es sogar in das Generallandesarchiv in Karlsruhe und in das Stadtarchiv von Heidelberg. Das zu bearbeitende Thema lautete „Heidelberger Sinti und Roma in der NS-Zeit“ und hatte zum Ziel, eine weitere Aufgabenstellung für den Geschichtskoffer für Schulklassen zu erstellen. Fasziniert hat mich bei dieser Aufgabe die für den Historiker typische Suche in Archiven und die Tatsache, dass ich tatsächlich noch bisher unbekanntes Wissen hervorbringen konnte.

Das Praktikum im Dokumentationszentrum war eine sehr positive Erfahrung für mich, von der ich sehr viel für meine späteren Pläne im Berufsleben mitnehmen konnte. Noch immer denke ich gerne daran zurück und bin froh, dass der Kontakt dorthin weiterhin bestehen bleibt.

Sebastian Weinert im Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Else Baker

Sebastian Weinert
3. August bis 21. September 2007

Ich habe im August und September 2007 insgesamt sieben Wochen lang im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma als Praktikant gearbeitet. Ich kannte die Ausstellung in Heidelberg aus meiner Schulzeit und war schon damals sehr von ihr beeindruckt. Deswegen freute ich mich sehr, als ich die Zusage für das Praktikum bekam.

Während der sieben Wochen war ich vor allem mit zwei größeren Projekten beschäftigt. Einerseits erweiterte ich den Themenbereich „Völkermord an den Sinti und Roma“ auf der Internetseite www.sintiundroma.de um Informationen aus dem aktuellen Ausstellungskatalog „Den Rauch hatten wir täglich vor Augen“. Andererseits war ich an der Erstellung der Internetseite www.elses-geschichte.de zur Verfolgungsgeschichte von Else Baker beteiligt. Für beide Internetangebote schrieb oder redigierte ich selbstständig Texte und wählte passende Bilder für sie aus.

Mir hat mein Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum viel Spaß gemacht und ich konnte in dieser Zeit viele neue Erfahrungen sammeln, die mir auch in meinem weiteren Studium geholfen haben. Durch die Beteiligung an konkreten Projekten hatte ich auch nach dem Praktikum das Gefühl, etwas „in der Hand“ zu haben, das ich vorzeigen und mir immer wieder ansehen kann. Ich konnte eigenständig arbeiten und auf meine Ideen wurde immer eingegangen. Das hat mir sehr gut gefallen. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren immer sehr freundlich und ich hatte schon schnell das Gefühl „dazuzugehören“.  Deswegen erinnere ich mich noch gerne an das Praktikum zurück und versuche, den Kontakt nach Heidelberg auch aus dem fernen Berlin nicht abreißen zu lassen.

Magdalena Schwarz mit dem Geschichtskoffer

Magdalena Schwarz
1. Dezember 2006 bis 31. Dezember 2007

Im Rahmen eines Seminars des Instituts für Bildungswissenschaften der Universität Heidelberg, besuchte ich im Herbst 2006 das Dokumentationszentrum. Dabei hat mich besonders die vielseitige pädagogische Arbeit des Referats Dialog beeindruckt. Als sich anschließend die Möglichkeit bot, dort ein Praktikum zu absolvieren, nahm ich diese Gelegenheit gerne war.

Während meiner Zeit als Praktikantin war ich u. a. für die Grundkonzeption der Zielsetzungen des Projekts „Geschichtskoffer“ verantwortlich. Dabei umfassten meine Aufgaben die pädagogische und inhaltliche Konzeption der Arbeitsmaterialien, sowie deren gestalterische Aufbereitung. Außerdem die Auswahl und Zusammenstellung von Quellenmaterialien und die schülergerechte, inhaltliche und redaktionelle Bearbeitung der Aufgabenstellungen. Gegen Ende meines Praktikums durfte ich dann zweimal den Einsatz des Geschichtskoffers in der Praxis leiten und konnte dabei selbst wertvolle Praxiserfahrungen sammeln. Auch die Mitgestaltung der Internetseite www.elses-geschichte.de war sehr interessant und hat mir neue Einblicke in die pädagogische Arbeit gewährt.

Besonders schön fand ich das angenehme Arbeitsklima im Haus und die Möglichkeit eigenverantwortlich zu arbeiten. Ich habe während dieser Zeit nicht nur viel über die Geschichte der Minderheit gelernt, sondern durfte auch daran teilhaben, wie meine eigenen Ideen und Gestaltungsvorschläge zum Projekt „Geschichtskoffer“ in der Praxis umgesetzt wurden. Mit den Mitarbeitern des Referats Dialog verstehe ich mich auch heute noch sehr gut. Ein Praktikum in dieser Einrichtung ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Gerrit Seebald
20. bis 24. Februar 2006

Ich absolvierte als erster Schülerpraktikant mein sog. Bogy (Berufsorientierung am Gymnasium) im Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma. Die Entscheidung mein Praktikum dort zu machen war gefallen, da ich die Möglichkeit suchte, neben der Schule einen Einblick in politisch-kulturelle Arbeitsbereiche zu bekommen. Beides vereint das Dokumentationszentrum in der ständigen Ausstellung über das Schicksal der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und in einem aktiven politischen Engagement gegen Rechtsradikalismus.

Ich durfte, trotz der Kürze meines einwöchigen Praktikums, verantwortungsvolle und eigenständige Aufgaben im Zentrum übernehmen. Einer meiner intensivsten Arbeitsbereiche war das Aufarbeiten von Deportationslisten des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof, um Klarheit über den genauen Verbleib der Häftlinge zu erlangen. Dadurch bekam ich einen sehr tiefen und schockierenden Einblick in diesen dunklen Abschnitt der Geschichte. Außerdem durfte ich dabei helfen, ein Projekt umzusetzen, welches die ständige Ausstellung für Kinder und Jungendliche zugänglicher zu sollte. Auch an der Homepage des Zentrums durfte ich aktiv mitarbeiten, indem ich den Katalog zur Ausstellung so vorbereitete, dass man seine Inhalte auf die Internetseite stellen konnte.

Das Praktikum im Dokumentations- und Kulturzentrum hat mir außerordentlich Spaß gemacht und meine Erwartungen weit übertroffen, da es mir die Möglichkeit gegeben hat, einen Einblick in Arbeitsbereiche und Themengebiete zu bekommen, den ich sonst so niemals hätte bekommen können. Zudem wurde ich als Praktikant sehr offen und freundlich in das Team des Zentrums aufgenommen und alle Mitarbeiter waren immer bereit, mir ausführlich meine Fragen zu beantworten und meine Anregungen aufzunehmen. Sehr positiv ist mit auch die Betreuung meines Praktikums aufgefallen, da ich immer sinnvolle und auf mich abgestimmte Aufgaben erhielt und mir niemals langweilig wurde.