Klasse 9b der Uhland-Hauptschule Mannheim

Im Unterschied zu den Workshops umfassten die Projekttage zur Ausstellung "Opfer rechter Gewalt" keinen gestalterischen Schlussteil. Zu Beginn des Vormittags erfolgte eine Einführung in die Ausstellung.

Bei einem anschließenden Spiel wurden die Jugendlichen vor die Aufgabe gestellt, bei gleich bleibender Anzahl auf immer weniger Stühlen gemeinsam Platz zu finden. Es sollte erreicht werden, den anderen wahrzunehmen und so aufeinander zu achten, dass auch auf engem Raum für alle Platz bleibt. In einer anschließenden kurzen Reflexion wurde gemeinsam darüber nachgedacht, wo die Kooperation im Einzelnen funktioniert hat bzw. gescheitert ist, und wo die Gründe für Erfolg und Misserfolg gelegen haben könnten.

Ausgehend von den eigenen Erfahrungen gemeinschaftlicher Rücksichtnahme im Spiel war für die Schüler die Motivation gegeben, sich in der Ausstellung auf die Suche nach bestimmten Personen zu machen, denen Solidarität und der Schutz in einer Gemeinschaft versagt geblieben sind. Jede Schülergruppe erhielt den Namen eines Opfers, den sie in der Ausstellung finden sollte. Bei der entsprechenden Ausstellungstafel fanden die Gruppen vorbereitetes Quellenmaterial in Form von Zeitungsartikeln.

Die Bearbeitung des Materials ermöglichte den Schülern, die genauen Tathergänge zu rekonstruieren und nachzuvollziehen, was den Opfern im Detail widerfahren war. Diese erarbeiteten Informationen wurden in einer anschließenden Präsentationsrunde aufbereitet. Das Vorstellen der Einzelschicksale bot dabei für die Schüler die Möglichkeit - jenseits abstrakter Diskussionen über "die Rechten" und deren Feindbilder - sich auf die Menschen zu konzentrieren, die ins Visier von Skinheads und Neonazis geraten.

Schülerstimmen

"Ich fand es interessant, weil man erfahren hat, dass jedes Opfer von Nazis umgebracht worden ist. Aber was enttäuschend war, dass jeder Täter nicht ins Gefängnis gekommen ist."

"Ich fand diese Ausstellung schon sinnvoll, weil man so sehen kann, wie es Gewalt gibt. Man sollte nicht einfach zusehen, wie ein anderer Mensch gequält wird. Man sollte den Menschen helfen, und wenn man zu schwach ist oder wenn es zu gefährlich sein sollte, sollte man Hilfe holen oder die Polizei verständigen. Man sollte zusammenhalten."

"Ich weiß jetzt auch, dass man sich in acht nehmen muss vor den Neonazis, und dass man auch anderen Menschen helfen sollte, so wie man es mit guten Freunden macht."

"Ich habe die Ausstellung interessant gefunden, da man in der Ausstellung herausfindet, dass man als Mensch nicht nur Opfer eines Verbrechens sein kann. Man kann auch der Täter sein, oder irgendeine Person, die das sieht und hilft oder eine Person, die daran vorbeiläuft."

"Es war sehr spannend zu wissen, was bei uns auf den Straßen passiert. So was hört man nicht jeden Tag, obwohl diese Dinge ständig passieren. Ich hab vieles daraus gelernt. Es ist zwar nicht schön zu hören, was Skinheads auf der Straße machen, aber man sieht, was es für Arten von Menschen auf dieser Welt gibt."