Klasse 8b der Humboldt-Realschule, Mannheim

Bericht von Jan Baum zur Gemeinschaftskunde-Exkursion
der Klasse 8b

Am 2. April 2004 fuhren wir nach Heidelberg, um das Kulturzentrum der Sinti und Roma zu besuchen. Nach einem zehnminütigen Marsch durch die schöne Innenstadt waren wir endlich angekommen. Wir standen vor einem Tor und wurden von zwei Leuten empfangen. Sie führten uns in einen Raum und wir setzten uns in einen Stuhlkreis. Herr Reinking, der für das Programm verantwortlich war, erklärte uns die Aufgaben des Kulturzentrums und stellte uns eine Frau vor, die für den „Mannheimer Morgen“ arbeitet und uns heute beobachten wollte, um über uns zu schreiben.

Dann mussten wir auch gleich unsere erste Prüfung bestehen. Herr Reinking wollte sehen, wie gut unsere Klasse zusammenarbeitet, und sagte, dass sich alle 28 Schüler auf sechs Stühle quetschen sollten. Zwar klappte es am Anfang nicht gerade so, wie er sich das vorstellte, aber am Ende schafften wir es.

Dann gingen wir in das Nebenhaus, das durch Kameras geschützt wird. Unsere Klasse marschierte in den Keller und wir teilten uns in sechs Gruppen auf, da wir jeweils ein Arbeitsblatt bearbeiten sollten. In dem Raum waren von einer Künstlerin ungefähr hundert Blätter mit den Fotos und Lebensdaten von Leuten aufgehängt worden, die durch Neonazis sterben mussten. Es war eine sehr traurige Atmosphäre zu spüren und anfangs sagte niemand etwas. Nach dem Ausfüllen der Arbeitsblätter stellten wir unseren Klassenkameraden die Ergebnisse vor. Wir diskutierten darüber, wie Rechtsextreme fähig sein können andere zu töten, nur weil sie eine andere Hautfarbe oder Nationalität haben.

In einem Arbeitsraum konnten wir dann unserer Kreativität freien Lauf lassen und ein Denkmal für das Opfer rechter Gewalt erstellen, mit dessen Leben wir uns beschäftigt hatten. Zur Verfügung hatten wir Holzplatten, Ton und Draht. Damit konnten wir ausdrücken, wie es den Opfern erging. Es lief etwas chaotisch ab, als wir anfingen mit dem Ton zu arbeiten, aber die Arbeit lohnte sich letztendlich. Jeder, der fertig war, stellte seine Skulptur auf eine große Platte in dem Ausstellungsraum. Kurz darauf traten wir den Heimweg an. Dieser Ausflug war für alle sehr aufschlussreich, denn wir konnten erkennen, wie viel Gewalt durch Vorurteile gegenüber anderen Menschen entsteht.