Karlsruher Schülerinnen organisieren Gedenkfeier zum Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma

Franziska Hocke und Cathrin Ruf, zwei Schülerinnen des 12. Jahrgangs der Freien Waldorfschule Karlsruhe, besuchten im Januar 2003 die transportable Ausstellung zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma im Karlsruher Prinz-Max-Palais.

Tief bewegt von dem ihnen größtenteils unbekannten Schicksal der Karlsruher Sinti und Roma entstand der Wunsch, mehr über die Geschichte, Verfolgung und Ermordung dieser Karlsruher Mitbürger zu erfahren. Er führte die beiden Schülerinnen schließlich zu einer schulischen Projektarbeit zum Thema "Die Deportation der Karlsruher Sinti und Roma".

Mit großem Engagement recherchierten sie die historischen Hintergründe und besuchten mehrfach das Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum, das ihr Vorhaben mit Informationen, Materialien und beratenden Gesprächen unterstützte.

Aus der Reflexion der zusammengetragenen Informationen entstand im Projektverlauf die Idee, nicht nur schulintern die Arbeitsergebnisse durch einen Vortrag und eine Ausstellung zu dokumentieren, sondern vielmehr auch öffentlich an den 63. Jahrestag der Deportation der Karlsruher Sinti und Roma zu erinnern. Innerhalb einer sehr kurzen Vorbereitungszeit organisierten die beiden Schülerinnen - mit Unterstützung der Schulleitung - eine Gedenkfeier vor dem Polizeirevier am Marktplatz in Karlsruhe - der Sammelstelle für die Deportationen.

Programm der Gedenkfeier
am 16.05.2003, 11.00 Uhr vor dem Polizeirevier Karlsruhe

Musikalische Eröffnung
Begrüßung
Franziska Hocke, Schülerin der Klasse 12a, Freie Waldorfschule Karlsruhe
Ansprache
Cathrin Ruf, Schülerin der Klasse 12a, Freie Waldorfschule Karlsruhe
Gedenkworte
Brigitte Wimmer, Mitglied des Bundestages
Dr. Ernst Otto Bräunche, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte der Stadt Karlsruhe
Anita Awosusi, Vorstand des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg
Blumenniederlegung
Musikalischer Ausklang

Über 100 Schülerinnen und Schüler, geladene Gäste und zufällige Passanten erinnerten in Anwesenheit von Karlsruher Überlebenden des Völkermords am 16. Mai 2003 an ihre deportierten Mitbürger und legten rote Rosen zum Gedenken an die ermordeten Männer, Frauen und Kinder nieder.

Blumenniederlegung
Blumenniederlegung