Projekte

Partizipatorisches Projekt (Prof. Dr. Horst Friedrich Rolly, Friedensau)

Im Fokus dieses Projekts steht ein partizipatorischer Arbeitsansatz. Ziel des Projekts ist, dass nicht über Sinti und Roma "geforscht" wird, stattdessen entscheiden Sinti und Roma selbst, was Gegenstand der Forschung ist. Dieser Ansatz lässt sich als "Empowerment" verstehen, das dazu beiträgt, das Selbstbewusstsein zu stärken und dazu anregt am gesellschaftlichen Diskurs aktiv teilzunehmen. Für die praktische Durchführung des partizipatorischen Arbeitsansatzes sind zunächst die Städte Bremerhaven und Ingolstadt vorgesehen. Deren regionale Interessenvertretungen haben bereits Interesse bekundet und ihre Mitarbeit angeboten.

Bildungsbiografien von Sinti und Roma

Albert Scherr, Lena Sachs: Bildungsbiografien von Sinti und Roma. Erfolgreiche Bildungsverläufe unter schwierigen Bedingungen. Weinheim Basel: Beltz Juventa 2017. Mit einem Vorwort von Romani Rose.

"Ein wichtiger Aspekt dieser Studie liegt auch darin, dass sie die eigenen Bildungsanstrengungen der Minderheit sichtbar macht und darüber hinaus ein Gegenbild zu der stereotypen Wahrnehmung von sogenannten "bildungsfernen" oder nur wenig qualifizierten Sinti und Roma entwirft."(Romani Rose)

Mit ihrem Beitrag möchten die Autoren eine breite Öffentlichkeit erreichen und Wissen über diejenigen Sinti und Roma zugänglich machen, die schulische, berufliche und hochschulische Bildungswege erfolgreich durchlaufen hat. Ausgangspunkt war die langjährige Zusammenarbeit im Rahmen der Bildungsakademie der Sinti und Roma - einem beim Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma angesiedelten Projekt. In dieser Zusammenarbeit wurde Übereinstimmung darüber erzielt, dass ein durch Forschung fundiertes Gegenbild zu den verbreiteten Stereotypen für die Öffentlichkeitsarbeit in der deutschen Mehrheitsgesellschaft erforderlich ist sowie auch dazu beitragen kann, Bildungsanstrengungen von Minderheitenangehörigen zu unterstützen und anzuregen. Darüber hinaus wird in dieser Studie auch deutlich, dass die Erfahrungen mit der NS-Diktatur bei Sinti und Roma weiterhin fester Bestandteil der familiären Erinnerungskultur ist. "Vor diesem Hintergrund ist auch der Wunsch der Interviewten nach einer deutlich verbesserten Wissensvermittlung über die historischen Fakten der nationalsozialistischen Verfolgung der Sinti und Roma zu sehen." (Romani Rose)