Die "Hauptbücher" des "Zigeneunerlagers"

(Staatl. Museum Auschwitz)

In den sogenannten Hauptbüchern des "Zigeunerlagers" wurden die eintreffenden Häftlinge nach Geschlechtern getrennt registriert. Daneben gab es aber auch Transporte von Sinti und Roma, die ohne vorherige Registrierung nach ihrer Ankunft direkt in die Gaskammern kamen. Die Zahl der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma ist daher wesentlich höher als die durch die "Hauptbücher" rekonstruierbare.

Im Juli 1944, vor der "Liquidierung" des "Zigeunerlagers" durch die SS, konnten Häftlinge die notdürftig mit Stoffen umwickelten "Hauptbücher" heimlich in einem Eimer vergraben. Im Januar 1949 wurden sie - teilweise beschädigt - wieder ausgegraben.

1993 wurden die "Hauptbücher" mit Hilfe elektronischer Datenverarbeitung rekonstruiert und vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit dem Staatlichen Museum Auschwitz unter dem Titel "Gedenkbuch. Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau" veröffentlicht.

Das Gedenkbuch enthält die Namen von nahezu 21.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas, die nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort fast alle ermordet wurden.