Kriegsende

Angesichts der anrückenden alliierten Truppen gab Heinrich Himmler im Frühjahr 1945 den Befehl, die Konzentrationslager zu räumen. Kein Häftling durfte den Alliierten lebend in die Hände fallen, alle Spuren der Verbrechen sollten getilgt werden. Auch ein großer Teil der Akten wurde vernichtet. Noch kurz vor Kriegsende schickten die Nationalsozialisten hunderttausende erschöpfte und ausgehungerte Häftlinge auf lange Evakuierungsmärsche, die sogenannten Todesmärsche. Wer nicht mehr weiter konnte, wurde sofort erschossen und am Straßenrand verscharrt.

Viele Konzentrationslager mußte die SS überstürzt räumen. Diejenigen Häftlinge, die zum Marschieren bereits zu schwach waren, wurden noch wenige Tage vor der Befreiung ermordet. Das KZ Bergen-Belsen, von wo die letzten Transporte aufbrachen, glich einem überfüllten Massengrab, in dem Hunger und Seuchen wüteten.

Wie der 17jährige Anton Reinhardt, wurden Sinti und Roma noch unmittelbar vor Kriegsende Opfer fanatischer Nationalsozialisten. Viele weitere starben bald nach ihrer Befreiung an den Folgen der KZ-Haft. Auch für die wenigen Überlebenden hat es eine wirkliche Befreiung niemals gegeben. Bis heute leiden sie an den gesundheitlichen Spätfolgen und an den immer wiederkehrenden Erinnerungen.

"Wir waren vier Wochen auf dem sogenannten Todesmarsch unterwegs. Wer nicht mehr weiter konnte, bekam an Ort und Stelle einen Genickschuß - der ganze Weg war mit Toten übersät.

Kurz vor Schwerin wurden wir endlich von den Amerikanern befreit, die gleich Pakete an uns verteilten. Viele sind durch das überhastete Essen krank geworden und an den Folgen ihrer Auszehrung gestorben." (Bruno Habedank)