Frauen im KZ

Ravensbrück (Gedenkstätte Ravensbrück)

Im Mai 1939 errichtete die SS im Fürstenberger Ortsteil Ravensbrück (etwa 90 km nördlich von Berlin) ein großes Frauen-Konzentrationslager. Bereits einen Monat später wurden die ersten Sinti- und Roma-Frauen aus dem Burgenland mit ihren Kindern dorthin deportiert. In Ravensbrück erlitten die Frauen unverstellbare Qualen: Sie wurden zwangssterilisiert, mussten Sklavenarbeit leisten oder gingen an den katastrophalen hygienischen Bedingungen im Lager zugrunde.

Auch in anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern waren Sinti- und Roma-Frauen in besonderer Weise der Gewalt ihrer Bewacherinnen und Bewacher ausgesetzt. Tagtägliche Entwürdigung bestimmte ihr Leben. Mütter mussten hilflos mit ansehen, wie ihre Kinder verhungerten, von der SS erschlagen wurden oder Krankheiten zum Opfer fielen.

"Nach meiner Ankunft in Ravensbrück im September 1940 bekamen wir Frauen zunächst die Haare abrasiert und mussten große Männerschuhe anziehen. Bei Regen und Kälte musste ich Sand schaufeln und im Straßenbau die Steine festklopfen. Oft habe ich gedacht, dass ich bis zum Abend nicht durchhalte. Wer nicht schnell genug gearbeitet hat, wurde erschlagen. Frauenkommandos mussten Häuser für die SS bauen, Kabel und Wasserrohre verlegen, mauern, spachteln - niemand wurde geschont." (Anne Dörr)

Als die SS vor der "Liquidierung" des "Zigeunerlagers" in Auschwitz-Birkenau alle "arbeitsfähigen" Menschen selektierte, wollten sich Mütter nicht von ihren Kindern trennen und teilten ihr Schicksal in den Gaskammern.