Die Organisation der Vernichtung - das "Reichssicherheitshauptamt"

Struktur des RSHA

Bereits 1936 erlangte der "Reichsführer SS" Heinrich Himmler die Verfügungsgewalt über die gesamte deutsche Polizei, die sich völlig von gesetzlicher Kontrolle und staatlicher Verwaltung löste und mit der SS verschmolz. Die Geheime Staatspolizei und die Kriminalpolizei wurden zum Hauptamt "Sicherheitspolizei" unter Reinhard Heydrich vereinigt. Es entstand ein riesiger Terrorapparat, der von der Berliner Zentrale bis zu den einzelnen Ortspolizeibehörden reichte.

Im September 1939 wurde das "Reichssicherheitshauptamt" (RSHA) gegründet. Diese Zentrale des SS-Staates war verantwortlich für die Verfolgung und Vernichtung von Millionen von Menschen. Fast alle Amtsgruppen des RSHA waren am bürokratisch organisierten Völkermord an den Sinti und Roma beteiligt. Neben dem Eichmann-Referat IV B 4 spielt das Amt V (Reichskriminalpolizeiamt) unter Leitung von Arthur Nebe eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Deportations- und Mordbefehle. Das Amt V arbeitete dabei eng mit der "Rassenhygienischen Forschungsstelle" zusammen.

Dem RSHA unterstand ein weit verzweigtes Netz stationärer und mobiler Dienststellen, das sich über alle besetzten Gebiete erstreckte. Dies galt auch für die "Einsatzgruppen", die hinter der Ostfront systematische Massenerschießungen an Sinti und Roma durchführten. In den Konzentrationslagern waren vom RSHA ausgewählte Gestapobeamte in den berüchtigten "Politischen Abteilungen" tätig.

Das RSHA war das eigentliche Exekutivorgan der "Endlösung". Hier wurden die grausamsten Vernichtungsmethoden wie Gaswagen oder die Massentötung mit Zyklon B entwickelt und perfektioniert. Tausende von "Schreibtischtätern" ließen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus furchtbare Wirklichkeit werden.