Stellungnahmen

Zur "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung"
Stellungnahme des Dokumentationszentrums, 12. Oktober 2010

Das Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma hat am 10. September 2010 den zuständigen Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, Staatsminister Neumann, darüber informiert, seine Mitgliedschaft im Wissenschaftlichen Beraterkreis der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung bis auf weiteres ruhen zu lassen. Grund hierfür sind die neuerlichen geschichtsverfälschenden Behauptungen von Erika Steinbach zum II. Weltkrieg...

"Der Abtransport ging glatt vonstatten"
Aufsatz von Romani Rose, 2010

Vor 70 Jahren wurden erstmals deutsche Sinti- und Roma-Familien in das besetzte Polen deportiert. Die so genannte Mai-Deportation wurde zum Modell einer bürokratisch organisierten, menschenverachtenden Prozedur. Zugleich war sie die Generalprobe zum Völkermord an den Sinti und Roma Minderheit. Lesen Sie mehr dazu im Aufsatz von Romani Rose...

Zur Verlegung von "Stolpersteinen"
Stellungnahme des Dokumentationszentrums, Januar 2011

Da es sich bei den Stolpersteinen um ein individuelles und persönliches Gedenken handelt, vertreten wir die Auffassung, dass das alleinige Recht zur Entscheidung über die Verlegung eines Stolpersteins für ein namentlich genanntes Opfer des Holocaust an den Sinti und Roma ausschließlich dessen Familienangehörigen vorbehalten bleiben soll. Daher ist es unverzichtbar und mithin eine Frage des Respekts, vor der Verlegung der Stolpersteine stets das Einverständnis der jeweiligen Familienangehörigen einzuholen....

"...wenn unsere Katholische Kirche uns nicht in ihren Schutz nimmt."
- Die katholische Bischöfe und die Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau

Aufsatz von Romani Rose, 2008

Während der Deportationen nach Auschwitz richteten verzweifelte Sinti Bittschreiben an die katholischen Bischöfe: Sie blieben unerhört. Bis heute bekennt sich die Katholische Kirche nicht zu ihrer historischen Verantwortung. Am 6. Mai 1943 erreichte den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz, Kardinal Bertram, ein verzweifeltes Bittgesuch von Angehörigen unserer Minderheit. Hintergrund waren die Deportationen deutscher Sinti- und Roma-Familien in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, die seit Anfang März im gesamten Reichsgebiet auf der Grundlage des Himmler-Erlasses vom 16. Dezember 1942 durchgeführt wurden...

Wider die Relativierung des Völkermords an den Sinti und Roma
Stellungnahme des Dokumentationszentrums zur neueren Geschichtsschreibung, 2004

Der Beitrag thematisiert zentrale Aspekte hinsichtlich der wissenschaftlichen und politischen Bewertung des Völkermords an den Sinti und Roma und setzt sich insbesondere kritisch mit den Thesen von Guenther Lewy in dessen Buch "Rückkehr nicht erwünscht. Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich" auseinander.
Zugleich bietet der Text einen Gesamtüberblick über die Geschichte des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma....