17.10.2017 |  Allgemein

Vernissage »45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma«

Besucher*innen beim Eröffnungsabend am 24. Oktober 2017

Daniela Gress, Romani Rose und Behar Heinemann (vlnr.) eröffneten gemeinsam die Sonderausstellung

Am 24. Oktober wird die bisher einzigartige Ausstellung zur Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma, mit einer Begrüßung von Romani Rose und thematischer Einführung durch die Ausstellungsmacher, eröffnet. 

Die Ausstellung präsentiert die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damals "Zentral-Komitee der Sinti West-Deutschlands" genannten Sinti-Verbands im Jahr 1971 bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse der Bürgerrechtsarbeit.

Alle Interessierten sind herzlich zur Vernissage eingeladen: 

Vernissage | 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

24. Okt 2017 | 19.00 Uhr

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

 

Begrüßung | Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

Grußwort | Behar Heinemann (Autorin)

Einführung | Daniela Gress (Universität Heidelberg)

 

Zur Ausstellung

Vom 25. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018 zeigt das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma die zweisprachige Sonderausstellung "45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma" (dt./engl.) in seinem Heidelberger Zentrum.

Begleitend zur Ausstellung lädt das Dokumentationszentrum zum Zeitzeugengespräch, zu Filmvorführungen und Buchvorstellungen in die Heidelberger Altstadt ein.

 

Sonderausstellung | 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

25 | Okt | 2017 - 25 | Feb | 2018

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Bremeneckgasse 2 | 69117 Heidelberg

 

Öffnungszeiten der Ausstellung

Katalog zur Ausstellung (dt./engl.)

Plakat zur Ausstellung

 

Geschichte und Hintergrund

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die NS-Verbrechen an Sinti und Roma über Jahrzehnte hinweg beschwiegen und die Überlebenden erneut ausgegrenzt und ins Abseits gedrängt. Die Verantwortlichen des Völkermordes hingegen konnten in vielen Fällen als respektierte Mitglieder der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft weiterleben und ohne Angst vor Bestrafung ihre Karrieren fortsetzen. Der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es gelungen, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten.

Neben vielen einzelnen Persönlichkeiten werden in der Ausstellung "45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma" die aufsehenerregenden Aktionen, wie etwa der Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1980, näher beleuchtet.

Dabei sehen die Ausstellungsmacher die Bürgerrechtsarbeit noch lange nicht als abgeschlossen und richten sich mit ihrer Präsentation auch an jungen Menschen, die diesen Weg weiter gehen werden.

In Anbetracht eines bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und der schwierigen Lage von Sinti und Roma in vielen Ländern Europas, handelt es sich um die historische Einbettung eines sehr aktuellen Themas.