Deutsch  English  Français  Italiano Impressum  
Kontakt  
Suchen  







Druckversion

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Mit Unterstützung der Stadt Heidelberg konnte das Zentrum zu Beginn der Neunzigerjahre in der Heidelberger Altstadt eingerichtet werden. Es ist eine europaweit singuläre Einrichtung, die durch die Bundesregierung und das Land Baden-Württemberg institutionell gefördert wird. Nach mehrjährigen Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen konnte der Gebäudekomplex mit der weltweit ersten Dauerausstellung zum Holocaust an den Sinti und Roma am 16. März 1997 im Rahmen eines Festaktes der Öffentlichkeit übergeben werden.


Vortrag von Prof. Dr. Jutta Limbach
zum Thema "Gentechnologie
und Menschenwürde" (März 2002)

Das Zentrum versteht sich nicht nur als Museum zur Zeitgeschichte und als Ort historischer Erinnerung, sondern zugleich als Ort der Begegnung und des Dialogs. Ein Kernbereich der Öffentlichkeitsarbeit ist dabei das Thema Menschenrechte. Als Forum für andere Minderheiten sollen hier diejenigen eine Stimme erhalten, die gegenwärtig Opfer von Diskriminierung und rassistischer Gewalt sind.
Vor dem Hintergrund der eigenen Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus besteht eine besondere Verpflichtung für das Zentrum, ein Ort kritischer Auseinandersetzungen mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen zu sein.

 Festakt zur Eröffnung
des Zentrums

 

 

 



 

 Blick in den Innenhof

Eine der zentralen Aufgaben besteht darin, die über 600jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland zu dokumentieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den NS-Völkermordverbrechen, die jahrzehntelang aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt wurden. Priorität hatten dabei von Beginn an die Interviews mit Überlebenden des Holocaust und das Festhalten ihrer Erinnerungen auf Tonband oder Video. Neben umfangreichen Archivrecherchen im In- und Ausland sammeln Mitarbeiter des Zentrums systematisch private Zeugnisse von Überlebenden und ihren Angehörigen, wobei alte Familienbilder von besonderem Interesse sind. Daraus ist mittlerweile ein Archiv entstanden, das in seiner Art einzigartig ist.


Konzert mit Schnuckenack Reinhardt
im September 2002

Eine weitere wichtige Aufgabe des Zentrums besteht darin, die kulturellen Beiträge, die die Minderheit der Sinti und Roma u. a. auf den Gebieten Literatur, bildende Kunst und Musik erbracht hat, darzustellen und vorhandene Klischees in diesen Bereichen korrigieren zu helfen. Hierzu werden wissenschaftliche Tagungen und Seminare in Kooperation mit Fachleuten aus dem In- und Ausland durchgeführt. Regelmäßig im Frühjahr und Herbst wird der Öffentlichkeit ein breites Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerten und Exkursionen angeboten.